Modern. Innovativ. Minimal-invasiv

Qualitätsgesichertes Zentrum für Hernienchirurgie

Das Hernienzentrum Wesel ist spezialisiert auf die operative Therapie von Leisten-, Zwerchfell- und Bauchwandbrüchen aller Art. Anfang 2020 wurde das Zentrum erfolgreich von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie und der Deutschen Hernien-Gesellschaft mit dem Siegel für „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ ausgezeichnet.

 

Operationsverfahren

Bauchwand-, Leisten- und Narbenbrüche zählen zu den häufigsten operationspflichtigen Diagnosen weltweit. Es gibt keine konservative Therapie mit der Hernien erfolgreich behandelt werden könnten. Eine dauerhafte Heilung ist nur durch eine Operation möglich! Welche OP-Methode sinnvoll ist, hängt immer von der Lage und Größe der Hernie ab, aber auch vom Alter eines Patienten und seinen möglichen Nebenerkrankungen.

 

Unser Zentrum orientiert sich an den Leitlinien der Fachgesellschaften und nutzt modernste Techniken, um den Bruchinhalt in den Bauchraum zurück zu verlagern, die Bruchpforte in der Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz zu schließen und das Gewebe zu stabilisieren.

 

Wir operieren in der Regel minimal-invasiv mit einem endoskopischen Verfahren. Diese für den Patienten schonende Operationsmethode ermöglicht eine schnellere Rückkehr in den Alltag.

Minimal-Invasive Chirurgie (MIC)

Eingriffe, die minimal-invasiv durchgeführt werden brauchen nur kleine Schnitte, beispielsweise in den Bauch, damit diese als Kabelschächte für die so genannten Trokare (Führungsinstrumente) genutzt werden können. Zudem wird eine Lichtquelle eingeführt. Am Monitor kann der Operateur so das Operationsgebiet gut einsehen und trotzdem den gleichen Effekt erzielen, wofür noch vor Jahren eine große Bauch-OP von Nöten gewesen wäre.

 

Mit Hilfe der so genannten Schlüsselloch-Technik versorgen wir bereits seit vielen Jahren routiniert u.a. Narben-, Bauchwand- und Leistenbrüche.

 

Die Vorteile dieses Verfahrens für den Patienten liegen entsprechend direkt auf der Hand: Belastung, OP-Dauer, Narben und Rekonvaleszenz-Zeit können deutlich minimiert werden.

MILOS-Operationsverfahren

Die MILOS-Operation ist ein neues endoskopisches Verfahren bei Bauchwand und Narbenhernien, bei dem minimal-invasiv eine Kunststoffnetzeinlage extraperitoneal – also außerhalb der Bauchhöhle – zwischen Bauchfell und Bindegewebe eingebracht wird. Über einen kleinen Schnitt werden unter Vollnarkose eine Kamera sowie die OP-Instrumente eingeführt. Zunächst wird das vorgewölbte Bauchfell entfernt und im Anschluss wieder zugenäht. Danach wird das Netz mithilfe der endoskopischen Instrumente ausgerollt und befestigt. Anschließend wird die Bruchlücke über dem Kunststoffnetz wieder verschlossen. Zurück bleibt nur eine winzige Narbe.

 

Vorteile

  • kleine Schnitte
  • deutlich weniger Schmerzen nach der OP als bei allen anderen etablierten OP-Verfahren
  • geringeres Komplikationsrisiko für Blutungen, Entzündungen oder Organverletzungen
  • sehr gute Wiederherstellung der Bauchwandfunktion kosmetisch gutes Ergebnis
  • deutlich reduziertes Risiko für Rezidive (Wiederholungsbrüche)
  •  zügige Entlassung aus dem Krankenhaus 
  • sehr schnelle Belastbarkeit
  • sportliche Aktivitäten nach 1 bis 2 Wochen wieder möglich

Senhance® Surgical Robotic System 



Das Senhance® Surgical Robotic System der
Firma TransEnterix stellt einen großen
Fortschritt auf dem Gebiet der minimal-
invasiven Operationen dar. Wir bieten es
Patienten in unserem Hernienzentrum
u.a. bei Operation von Leisten- und
Zwerchfellbrüchen an.

 

Das System bietet in 16-facher Vergrößerung, gestochen scharfe, hochauflösende 3D-Bilder der anatomischen Strukturen aus dem Bauchraum. Der Roboter fungiert dabei als Schnittstelle zwischen Chirurg und Patient und führt alle Manöver des Operateurs über hydraulische Mikrobewegungen in Echtzeit durch. Die Präzision dieser Bewegungen sorgen für einen äußerst exakten Operationsvorgang. Die Steuerung der Kamera erfolgt über die Augenbewegungen des Operateurs. Die Instrumente im Bauchinnern des Patienten werden mit den Händen und Füßen gesteuert.

 

Durch dieses Robotic unterstützende Operationsverfahren und möglichst kleine Einschnitte werden bei dieser neuen Methode die Verletzungen des Körpers so gering wie möglich gehalten, wovon der Patient profitiert. Neben der onkologischen Tumorchirurgie garantiert der OP-Roboter auch bei zahlreichen gutartigen Baucheingriffen eine neue einzigartige präzise Unterstützung.

 

Hernien, Symptome und Ursachen

Ein Bruch - medizinisch Hernie - ist eine krankhafte, angeborene oder erworbene Lücke im Bereich der Bauchwandschichten, durch die das Bauchfell und Bauchorgane nach außen gleiten können. Es besteht immer die Gefahr einer Einklemmung. Eine Notfallsituation, die eine sofortige ärztliche und operative Versorgung benötigt. 

Leistenbruch

Leistenbrüche machen sich als weiche Vorwölbung bemerkbar. Vor allem beim Husten, bei chronischer Verstopfung, Tragen schwerer Lasten oder Treppen steigen sind diese Brüche spürbar und können schmerzen. Häufig kommt es dabei zu einem Druckgefühl oder einem Stechen, nicht selten auch zu ausstrahlenden Schmerzen oder Ziehen in Richtung Hoden. Im Liegen sind diese Beschwerden meist rückläufig. In vielen Fällen bleibt eine Hernie lange Zeit unbemerkt. Gefährlich wird sie jedoch, wenn Eingeweide in die Spalte der Bauchdeckenausstülpung, in den sogenannten Bruchsack, rutschen. Schieben sich Darmteile in die Bruchlücke und werden eingeklemmt, können sie so stark geschädigt werden, dass sie innerhalb kürzester Zeit absterben. Dann besteht Lebensgefahr aufgrund einer drohenden Bauchfellentzündung und eine sofortige Operation ist notwendig.

 

Risikofaktoren

  • Angeborene Bindegewebsschwäche
  • chronischer Husten, Asthma, chronische Bronchitis
  • Verstopfung, starkes Pressen beim Stuhlgang
  • starkes Übergewicht
  • übermäßige körperliche Belastung durch Arbeit oder Sport
  • Bauchwassersucht
  • Unterernährung, Eiweißmangel, Tumorleiden, Kortisondauertherapie

 

Diagnostik

Die Diagnose eines Leistenbruchs wird im Rahmen einer körperlichen Untersuchung gestellt. Bei unklaren Befunden kommt zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung zur Anwendung. Selten sind weiterführende Untersuchungen wie MRT oder CT erforderlich. 

 

Operationsverfahren

Die Operation eines Leistenbruchs ist weltweit der häufigste Eingriff in der Allgemeinchirurgie. Alleine in Deutschland erfolgen pro Jahr ca. 220.000 Operationen. 

 

Es können sowohl offene als auch endoskopische Operationsverfahren  zum Einsatz kommen. Entscheident sind die individuellen Lebensumstände, die Größe des Bruchs, Begleiterkrankungen aber auch Voroperationen, die bei der individuellen Auswahl der Operationstechnik Berücksichtigung finden. 

 

Verhalten nach einer Leistenbruch-Operation

Nach eine erfolgten Leistenbruch-Operation ist eine körperliche Schonung für zwei Wochen mit schmerzangepaßter Belastung sinnvoll.

Unsere Devise lautet dabei: "Alles was nicht weh tut, ist erlaubt."

 

Unsere Patienten dürfen beispielsweise sofort wieder duschen und können sich am normalen Alltagsleben beteiligen. Spazierengehehn, Autofahren, Fahrradfahren, übliche Hausarbeiten und sitzende Tätigkeiten sind uneingeschränkt möglich. Schwere körperliche Arbeit für drei Wochen aussetzen. 

 

 

Schenkelbruch

Schenkelhernien gehören zu den Brüchen der Leistenregion. Die Bruchpforte liegt hier im Gegensatz zum Leistenbruch unterhalb des Leistenbandes.

 

Während diese Hernien beim Mann sehr selten vorkommen, ist bei Frauen jeder zehnte Bruch in der Leistenregion eine Schenkelhernie. Bedingt durch die relativ kleine Bruchpforte findet sich oft keine typische Vorwölbung unter der Haut. Allerdingst kommt es häufiger zu Einklemmungen und Schmerzen als bei Leistenbrüchen.  Oftmals strahlen die Schmerzen dabei in Richtung Oberschenkelinnenseite aus.

 

Diagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt mittels Tastbefund und Ultraschalluntersuchung.

 

 

Operationsverfahren

Die operative Behandlung erfolgt wie beim Leistenbruch. Da operierte Schenkelhernien ohne Kunststoffnetz zu Wiederholungsbrüchen neigen, verschließen wir im Hernienzentrum Wesel die Bruchpforte in der Regel mit einem Kunststoffnetz. Ausnahmen bilden sehr kleine Brüche bei jungen Patienten.

Nabelbruch / epigastrischer Bruch

Nach dem Leistenbruch ist der Nabelbruch die zweithäufigste Hernie der Bauchwand.

 

Die von Geburt an anatomische Schwachstelle der Bauchwand – dort wo ursprünglich die Nabelschnurgefäße hindurchtraten – kann dem Druck des Bauchinneren nicht mehr standhalten und es bildet sich eine Bruchpforte. Bei einer epigastrischen Hernie handelt es sich um eine Bruchbildungen an einer natürlichen Schwachstelle der Bauchdecke in der Mittellinie zwischen Nabel und Brustkorb.

 

Charakteristisch für die Nabelhernie ist eine verstärkte Vorwölbung oberhalb des Nabels und örtliche Schmerzen  insbesondere bei körperlichen Belastungen. Im Extremfall kann es zu Ausstülpungen von Gewebe oder Teilen des Dick- oder Dünndarms aus dem Bauchraum unter die Haut kommen.

 

Diagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt mittels Tastbefund, ggf. ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung der Bauchwand.

 

Operationsverfahren

Wie bei allen anderen Brüchen können die Organe in der Bruchpforte eingeklemmt werden und zu einem medizinischen Notfall werden, der sofortig operativ behandelt werden muss. Um dieser Notfallsituation zuvor zu kommen, sollte geplant operiert werden, denn ein Bruch heilt nie von selbst, sondern wird in der Regel immer größer.

 

Eine Ausnahme bilden Nabelhernien bei Kindern unter zwei Jahren. Hier besteht die Möglichkeit, dass sich die Hernie spontan wieder verschließt. Sofern keine Beschwerden bestehen, kann mit einer Operation gewartet werden.

 

Die Operation eines Nabelbruchs kann sowohl konservativ mit Bauchschnitt als auch minimal-invasiv mittels der so genannten „Schlüsselloch-Chirurgie“ erfolgen. Beim Bauchschnitt wird am Unterrand des Nabels ein halbkreisförmiger Schnitt angelegt. Bei sehr kleinen Brüchen kann die Bruchpforte direkt mit einer Naht verschlossen werden. In der Mehrzahl der Fälle wird die Bauchwand durch Einpflanzen eines Kunststoffnetzes verstärkt. Die Versorgung der epigastrischen Brüche erfolgt analog, hier wird der Hautschnitt direkt über dem Bruch geführt.

 

Vor allem bei größeren Brüchen, Rezidivbrüchen, nach bereits erfolgten Operationen oder ungünstigen OP-Bedingungen wie z.B. extremes Übergewicht erfolgt der Eingriff minimal-invasiv. Hierbei wird der Bruch mittels Bauchspiegelung innerhalb der Bauchhöhle versorgt und ein Kunststoffnetz von innen vor die Bruchpforte gelegt und verankert. Das Netz überwächst mit der Zeit durch eine Gewebeschicht und bleibt so in seiner Position. 

 

Die Versorgung der epigastrischen Brüche erfolgt in analoger Weise. Welches Verfahren bei Ihnen zur Anwendung kommt, wird individuell im Gespräch mit dem Arzt entschieden.

 

Risikofaktoren bei Erwachsenen sind vor allem

  • Übergewicht
  • starke körperliche Belastung
  • Bindegewebsschwäche

Narbenbruch

In Deutschland treten jährlich zwischen 40.000 und 70.000 Narbenbrüche neu auf. In unserer Klinik operieren wir im Jahr über 70 Narbenbrüche.

 

Ein Narbenbruch kann im Bereich von Operationsnarben an der Bauchwand entstehen, wenn dort eine Schwächung der Bauchwand auftritt. Dies passiert nach bis zu 20 Prozent aller Operationen.

 

In der Bauchwand entsteht dann eine Lücke, die so genannten Bruchpforte durch die beispielsweise Fettgewebe oder Darmanteile aus der Bauchhöhle unter die Haut vorfallen kann. Dies ist dann als Vorwölbung sicht- und tastbar.

 

Ein Narbenbruch muss nicht notwendigerweise Beschwerden verursachen, gefürchtet ist jedoch die Einklemmung von Darmanteilen in der Bruchpforte, die dann absterben können, weil durch die Einklemmung die Blutzufuhr vermindert ist. In diesem Fall ist eine sofortige Operationen notwendig.

 

Risikofaktoren

  • Husten
  • akute oder chronische Atemwegserkrankungen
  • maschinelle Beatmung nach Bauchoperation
  • Darmverschluss
  • Bauchwasser
  • Übergewicht
  • Nierenfunktionsstörungen
  • postoperative Wundinfektionen
  • Diabetes
  • Tumor Erkrankungen
  • Eiweißmangel
  • Alkohol- und Nikotinmissbrauch
  • Bindegewebsschwäche
  • wiederholte Bauchschnitte

 

Symptome

Häufig bemerken Patienten zunächst nur eine kleine Vorwölbung im Narbenbereich, diese kann sich im Verlauf mehr oder weniger rasch vergrößern. Insbesondere beim Stuhlgang, beim Husten, schwerem Heben oder Sport, immer dann, wenn die Betätigung der Bauchmuskulatur im Spiel ist, tritt die Vorwölbung besonders deutlich hervor. Typische Beschwerden sind auch:

  • Bauchschmerzen und Druckgefühl
  • ziehende Schmerzen im Bereich einer Bauch-Operationsnarbe
  • Verdauungsprobleme
  • gestörte Bauchsymmetrie
  • eine schlechte Funktion der Bauchmuskulatur des Zwerchfells
  • Sodbrennen
  • Schluckbeschwerden

In den meisten Fällen kann der Bruch per Hand in die Bauchhöhle zurück gedrückt werden. Treten jedoch starke Schmerzen auf oder ist der Bruch nicht mehr verschiebbar und  liegt u.U. eine Einklemmung vor, ist eine medizinische Abklärung, ggf. eine Operation notwendig, um ein Absterben des Gewebes vorzubeugen.

 

Diagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel mittels Tastbefund. Bei sehr kleinen, nur schwer tastbaren Bruchlücken sind ergänzende Ultraschalluntersuchungen der Bauchdecke erforderlich. Um bei großen Brüchen das Ausmaß der Hernie einschätzen zu können, ist eine Computertomographie notwendig.

 

 

Operationsverfahren

Ein Narbenbruch bildet sich nicht von selbst zurück. Durch den Innendruck aus dem Bauchraum kommt es zu einer steigen Vergrößerung der Bruchpforte, sodass immer mehr Darmanteile unter die Haut vorfallen und jederzeit eingeklemmt werden können. Um dieser Notfallsituation vorzubeugen, besteht prinzipiell mit der Diagnosestellung die Notwendigkeit einer Operation.

 

Grundsätzlich stehen in Abhängigkeit von Größe und Lage des Narbenbruchs konventionelle Operationsverfahren mittels Bauchschnitt und Einpflanzung eines Kunststoffnetzes und minimal-invasive Operationstechniken zur Verfügung. 

 

In Ausnahmefällen, bei sehr kleinen Brüchen unter zwei Zentimeter kann die Bauchdecke nach Wiedereröffnung der alten Narbe mittels Naht wieder verschlossen werden. Bei größeren Hernien wird die Bauchdecke durch das Kunststoffnetz verstärkt. Dabei wird das Netz hinter die Muskulatur eingebracht (sog. Sublay-Technik) und mit Nähten an der Bauchwand fixiert.

 

Bei der minimal-invasiven Operation wird der Bruch mittels Bauchspiegelung innerhalb der Bauchhöhle versorgt und ein Kunststoffnetz von innen vor die Bruchpforte gelegt und mit resorbierbaren Angern an der Bauchdecke befestigt. Das Netz überwächst mit der Zeit durch eine Gewebeschicht und bleibt so in seiner Position auch nach Auflösung der Verankerung. 

 

Sehr große Brüche, bei denen beträchtliche Teile des Darms aus der Bauchhöhle in den Bruch verlagert sind, stellen eine besondere Herausforderung für den Chirurgen dar. Die Operation solcher Hernien erfordert immer ein individuelles Konzept für jeden einzelnen Patienten.

 

Welches Verfahren bei Ihnen zur Anwendung kommt, wird in einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt entschieden.

 

 

Komplikationen

Insgesamt sind Komplikationen nach Narbenbruchoperationen mit und ohne Netzeinlage selten. Nach Implantationen großer Kunststoffnetze kann es jedoch zu wässrigen, nicht infektiösen Flüssigkeitsansammlungen im Wundbereich (Serome) kommen.

 

Diese bilden sich meist nach einigen Wochen spontan zurück und sind in der Regel nicht behandlungsbedürftig. In seltenen Fällen, bei Fortbestehen größerer Flüssigkeitsansammlungen ist eine Punktion in örtlicher Betäubung erforderlich. Durch die Nähre der Bauchwandschichten und die Befestigung der Netze in der Bauchwand kann es häufiger für einige Wochen zu einem Ziehen in der Bauchwand kommen, insbesondere beim Beugen und Drehen des Rumpfes.  

 

Zwerchfellbruch / Hiatushernie

Etwa ein Viertel aller Menschen über 50 Jahre leiden an der so genannten Hiatushernie. 

 

Brust- und Bauchraum sind durch das Zwerchfell voneinander getrennt. Im Zwerchfell befindet sich eine Öffnung durch die die Speiseröhre vom Brustraum in den Bauchraum übergeht. Sie ist gerade so groß, dass die Speiseröhre genau hindurchpasst. Weitet sich die Öffnung, spricht man von einem Zwerchfellbruch. In den meisten Fällen verursachen Zwechfellhernien keine Beschwerden  oder Krankheitszeichen und sind deshalb auch nicht behandlungsbedürftig. Ist allerdings der Verschlussmechanismus des Mageneingangs gestört, kann es durch zurückfließende Magensäure zu Funktionsstörungen und zur Refluxkrankheit (GERD = gastro-esophageal reflux disease) kommen, was zu Sodbrennen und Brustschmerzen führen kann. Aber auch Begleitsymptome wie Asthma, Husten, Schluckbeschwerden, Kehlkopfentzündung oder Schmerzen hinter dem Brustbein können auftreten.

 

Die Beschwerden sind auf eine chronische Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut zurückzuführen (Refluxösophagitis), die durch das Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre entsteht.

Im Extremfall können sich Teile oder der komplette Magen durch die Lücke verlagern. Eine operative Behandlung ist unumgänglich.

 

 

Diagnostik

Die typischen Beschwerden geben dem Arzt erste Hinweise auf eine Refluxösophagitis. Allerdings gibt es eine Reihe anderer Krankheiten, die ebenfalls Brustschmerzen verursachen. Diese müssen ausgeschlossen werden. Die durchzuführenden Untersuchungen planen wir individuell in unserem spezialisierten Refluxzentrum

  • Eine Magenspiegelung (Ösophago-Gastroskopie) ist die Methode der Wahl. Veränderungen der Schleimhaut sind so direkt erkennbar. Gegebenenfalls werden während der Magenspiegelung Schleimhautproben entnommen.
  • In unserer Klinik wird in den meisten Fällen eine pH-Metrie durchgeführt: Der Patient schluckt eine kleine Sonde, welche die Konzentration der Säure in der Speiseröhre misst.
  • Zur Differenzierung zwischen anderen Krankheiten der Speiseröhre bedarf es mitunter einer sog. Ösophagus-Manometrie. Hierbei werden Drucke in der Speiseröhre und in ihrem unteren Schließmuskel gemessen.
  • Besteht ein großer Zwerchfellbruch wird gegebenenfalls eine Röntgenkontrastdarstellung erforderlich.

 

Therapie

Ein Zwerchfellbruch und eine Refluxkrankheit heilen nie von selbst. Die Therapie besteht zunächst aus säureblockierenden oder säurebindenden Medikamenten.

 

Wenn

  • die Medikamente nicht den erwünschten Erfolg zeigen
  • oder der Patient diese nicht verträgt
  • sonstige Gründe gegen die medikamentöse Therapie sprechen
  • der Patient dauerhafte Schluckstörungen hat
  • oder Blutungen am Mageneingang entstehen


    können diese Patienten laparoskopisch minimal-invasiv operiert werden. Das saure Aufstoßen kann so dauerhaft behandelt werden und in den meisten Fällen muss der Patient keine Medikamente mehr einnehmen. 

 

Parastomalhernie / Bruch bei künstlichem Darmausgang

Etwa 60 bis100 Prozent aller Patienten, die einen künstlichen Darmausgang haben, leiden unter einer sogenannten Parastomalhernie.

Bei diesem Bruch ist die Durchtrittsöffnung des Darmes durch die Bauchwand krankhaft erweitert, so dass ein Bruchsack, häufig mit Darmschlingen nach außen hervortritt.

 

Im Hernienzentrum Wesel empfehlen wir die Operation der Parastomalhernie bei

  • chronischen Hautproblemen
  • Bauchschmerzen und Beschwerden die auf das Stoma zurückzuführen sind
  • Problemen der Stromversorgung
  • Größenzunahme der Hernie
  • wenn es im Bruchsack zu einem Passage-Hindernis der Darmentleerung kommt
     

Liegt ein Darmverschluss oder Darmdurchbruch im Bruchsack vor, handelt es sich um einen Notfall der umgehend operativ behandelt werden muss.

 

Als Operationsmethode bevorzugen wir die minimal-invasive Technik (Bauchspiegeltechnik, Laparoskopie) ist die Operationsmethode der ersten Wahl, da sie für die meistens mehrfach voroperierten Bauchdecken am schonendsten ist. Bei diesem Eingriff werden zunächst Verwachsungen des Darmes gelöst und der in die Bauchdecke vorgefallener Darm zurück in die Bauchhöhle verlegt. Der Darm wird dann mit speziell beschichteten Netzen befestigt indem ein Tunnel gebildet wird und der Darm zusätzlich vor dem Austritt zur Seite hin geschient wird (Sandwich-Technik). Erfahrungsgemäß lässt sich auf diese Weise ein sicherer Verschluss der Hernie erreichen.

 

Gerne beraten wir Sie persönlich bezüglich des Operationszeitpunktes und zum Management der Hernie in der Zwischenzeit. Bei der Entscheidungsfindung zur Operation kann selbstverständlich unsere Stoma-Therapeutin mit einbezogen werden.

 

Qualität und medizinische Expertise

Team

In unserem Hernienzentrum arbeiten langjährig erfahrene und qualitätsgesicherte Hernien Chirurgen mit hoher medizinischer Expertise.

 

Unser Ziel ist die rasche, schonende, komplikationslose und dauerhafte Heilung Ihres Bruches. Dazu gehört für uns:

  • Patientenkomfort
  • Patientensicherheit nach WHO
  • Spitzenmedizin durch Spezialisierung
  • Mitwirkung an aktuellen Studien, Qualitätssicherung
  • Einsatz modernster, auf den Patienten zugeschnittene Operationsverfahren 
  • Kontinuierliche ärztliche Fortbildungen durch Teilnahme an nationalen und internationalen Kongressen
  • Verwendung modernster Implantate
  • Individuelle Betäubungsverfahren

 

Chefarzt
Dr. med Olaf Hansen


Oberarzt
Dr. med. Marc Maaß

 

Funktionsoberarzt
Dimitar Hristov

Hernien-Sprechstunde

Bei Verdacht auf eine Hernie oder bei bereits gestellter Diagnose beraten wir Sie gerne über die Therapiemöglichkeiten.


Ein Termin in unserer speziell eingerichteten Hernien-Sprechstunde kann über das Sekretariat unserer Klinik unter der Telefonnummer (02 81) 106 – 21 00 vereinbart werden.

 

Bevor Sie sich in der Sprechstunde vorstellen, benötigen Sie entweder

  • eine Überweisung von einem niedergelassenen Chirurgen oder
  • eine Einweisung von Ihrem Haus- oder Facharzt.

 

Sie melden sich mit Ihrer Über-/Einweisung zunächst in unserem Zentralen Anmeldebereich (ZAB) im Erdgeschoss. Hier werden Ihre persönlichen Patientendaten (Name, Geburtsdatum, Adresse und Krankenversicherungsdaten) erhoben und eine Patientenakte erstellt. Von hier aus werden Sie dann in die jeweilige Sprechstunde weitergeleitet.

 

Bitte bringen Sie alle für die Krankenhausbehandlung wichtigen Unterlagen mit:

  • Medikamentenliste
  • Befunde
  • Untersuchungsergebnisse
  • Röntgenbilder/CD`s

 

Netzwerk

Wir arbeiten eng mit der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie zusammen und sind Netzwerkpartner der Niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen.

 

Kooperationen bestehen darüber hinaus mit TransEnterix / Senhance® Surgical Robotic System 
 

Qualitätsstudie HERNIAMED - DGAV

Das Hernienzentrum am Evangelischen Krankenhaus Wesel ist seit 2020 mit dem Siegel "Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie und der Deutschen Hernien-Gesellschaft ausgezeichnet. Das Siegel bestätigt die medizinische Expertise und hohe Qualität in der Versorgung unserer Patienten, die von einer niedrigen Kompliationsrate und guten Langzeitergebnissen profitieren.  

 

Voraussetzung für dieses Siegel ist der Nachweis eines hohen Maßes an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung im Bereich der Hernien-Chirurgie. Festgelegte Verfahren für die Operationstechnik, Therapie- und Versorgungsqualität sowie Behandlungsergebnisse werden hierfür dokumentiert und regelmäßig überprüft. 

 

Wir nehmen regelmäßig an der externen Qualitätssicherung der gemeinnützigen Gesellschaft Herniamed der Deutschen Herniengesellschaft teil. Diese Qualitätssicherungsstudie dient der Verbesserung und Sicherstellung der Qualität sowohl der Hernienchirurgie als auch der Patientenversorgung. Darüberhinaus werden valide Daten für die Versorgungsforschung generiert.

Infos und Links

Informationsflyer

Kurz und kompakt erfahren Sie hier alles über unser Hernienzentrum.

Selbsthilfe

Betroffenen empfehlen wir die Kontaktaufnahme zur Hernien-Selbsthilfe Deutschland e.V. - diese informiert umfangreich aus Sicht von Erkrankten und beschreibt auch mutmachende Erfolgsgeschichten. Zudem organisiert der Verein einmal jährlich den "Tag der Hernie" und weitere Infoveranstaltungen.