Wissen gibt Sicherheit

Damit Sie bestens informiert sind, beantworten wir Ihnen die häufigsten Fragen und geben Antworten rund um die Strahlentherapie. Bleiben noch Fragen offen, dann sprechen Sie uns gerne an.

Ziele und Wirkmechanismen

Wenn die Strahlung durch den Körper dringt, können sich Veränderungen im Gewebe abspielen. Diese Veränderungen treffen vor allem die im Zellkern jeder Zelle befindliche DNA, d.h. die Erbinformation, die bei jeder Zellteilung weitergegeben wird. Die Zellen werden durch die DNA-Veränderungen unfähig, sich zu teilen und zu vermehren. Abhängig vom Schädigungsgrad können sie sich jedoch noch mehrmals teilen, bevor sie ihre Fähigkeit dazu endgültig verlieren. Die Tumorzellen sterben schließlich ab und werden von körpereigenen Zellen abgebaut.

 

Ziel der Behandlung ist es, die Tumorzellen zu zerstören. Abhängig vom Ausmaß der Erkrankung bildet sich die Tumorgeschwulst entweder vollständig zurück, verkleinert sich oder wird im Wachstum gebremst.

Sterben gesunde Zellen ab?

Strahlung wirkt selbstverständlich auch an gesunden Zellen, weshalb es auch zu für die Bestrahlung typischen Nebenwirkungen kommen kann. Allerdings können gesunde Zellen strahlenbedingte Veränderungen sehr viel besser reparieren als Tumorzellen.

Wie wird die Strahlentherapie durchgeführt?

Je nach Tumorart umfaßt das Bestrahlungsfeld nicht nur die Tumorregion selbst, sondern zusätzlich einen Sicherheitssaum. Bei manchen Tumorarten ist es außerdem erforderlich, die benachbarten Lymphknotenregionen mitzubestrahlen. Erschrecken Sie also nicht, wenn Ihnen das Bestrahlungsfeld größer erscheint, als Sie dies erwartet hätten.

 

Um in der Tumorgegend eine wirksame Dosis zu erreichen und das gesunde Gewebe gleichzeitig zu schonen, kann es auch möglich sein, aufwendige Bestrahlungstechniken über mehrere Felder und mit unterschiedlichen Einstrahlrichtungen anzuwenden. Gegebenfalls muß die Bestrahlungstechnik gewechselt werden, manchmal auch mehrmals. Dies sollte Sie nicht beunruhigen, sondern dient nur dem Zweck, eine optimale und möglichst schonende Strahlentherapie zu gewährleisten.

 

Die erste Bestrahlung dauert etwas länger als die nachfolgenden, da in Anwesenheit eines Medizin-Physikers und eines Arztes nochmals alle Einzelheiten überprüft und zur Kontrolle der Bestrahlungsfelder Spezialaufnahmen angefertigt werden. Die weiteren Bestrahlungen werden durch besonders ausgebildete Fachkräfte, sogenannte Medizinisch-technisch Assistentinnen (MTRAs) durchgeführt.

Wie läuft die tägliche Bestrahlung ab?

Zur Bestrahlung werden Sie aufgerufen und in eine Kabine gerufen. Dort müssen Sie die entsprechende Körperregion entkleiden. Bringen Sie bitte zu jeder Bestrahlung Ihr eigenes Handtuch mit, damit Sie bequem und warm liegen können. Wenn Sie in den Bestrahlungsraum kommen, werden die Vorbereitungen mit Lagerungshilfen etc. durch die MTRAs (medizinisch-technische Röntgenassistentin) schon weitgehend abgeschlossen sein. Sie legen sich dann auf den Bestrahlungstisch. Die MTRAs sorgen dafür, daß Sie sicher und komfortabel liegen, und fahren dann den Tisch in die vorgesehene Position.

 

Bitte versuchen Sie, so entspannt wie möglich zu liegen ("lassen Sie sich fallen"). Sobald Sie korrekt gelagert sind, sollten Sie so ruhig wie möglich liegenbleiben und ganz normal atmen. Gelegentlich werden besondere Lagerungshilfen benutzt, um die Körperbewegungen noch stärker zu reduzieren und damit die Genauigkeit zu verbessern.

 

Während der eigentlichen Bestrahlung ist das Bestrahlungsteam außerhalb des Bestrahlungsraumes, wir können Sie aber jederzeit sehen und hören und ggf. die Bestrahlung unterbrechen. Bei der Bestrahlung macht das Gerät ein lauteres Geräusch, dies ist normal. Nach der Bestrahlung helfen Ihnen die MTRAs aufzustehen, begleiten Sie zu Ihrer Kabine und Sie können sich wieder anziehen.

Wie viele Bestrahlungen brauche ich?

Ihr Strahlentherapeut wird die für Ihre Erkrankung notwendige Strahlendosis festlegen. Um das gesunde Gewebe besser zu schonen, wird die Dosis in viele einzelne Portionen, sog. Fraktionen, aufgeteilt. Diese Fraktionierung ermöglicht dem gesunden Gewebe, sich besser zu erholen. Abhängig von Ihrem Gesamtzustand und von der Art des Tumors, kann die Behandlung an einem Tag erfolgen, oder sich über mehrere Wochen (bis zu acht Wochen) erstrecken.

Typischerweise ist eine Bestrahlungsserie über 4 bis 6 Wochen, dabei finden 5 Bestrahlungen pro Woche statt. Meist wird täglich bestrahlt, von Montag bis Freitag, und nicht am Samstag/Sonntag. Bei einigen Erkrankungen ist es sinnvoll, zweimal täglich mit einem Abstand von ca. 6 Stunden zu bestrahlen. In manchen Fällen wird 2-3 x pro Woche eine jeweils höhere Einzeldosis eingestrahlt.

Spürt man die Bestrahlungen? Habe ich Schmerzen?

Nein. Ähnlich wie in der Röntgendiagnostik merkt man von der Bestrahlung selbst nichts.

Treten Nebenwirkungen auf?

Sie können sicher sein, daß die Behandlung so schonend wie möglich durchgeführt wird. Zu diesem Zweck können wir in unserer Praxis auf eine hochmoderne Technologie zurückgreifen. Dennoch lassen sich Nebenwirkungen nicht immer vermeiden. Nebenwirkungen hängen ab von der Höhe der Einzel- und Gesamtdosis und der Häufigkeit der Bestrahlungen sowie von der Körperregion, die bestrahlt wird. Hinzu kommt, dass die Strahlenempfindlichkeit von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist.

 

Vor der Bestrahlungsserie werden Sie vom behandelnden Arzt über eventuell auftretende akute und chronische Nebenwirkungen aufgeklärt. Sie werden auch darüber informiert, wie diese Nebenwirkungen zu behandeln sind und wie Sie selbst Nebenwirkungen vermeiden oder lindern können. Die meisten Nebenwirkungen sind nur vorübergehend und verschwinden innerhalb von wenigen Wochen nach Abschluß der Bestrahlungsserie.

 

Viele Patienten sind während der Behandlung verstärkt müde (Fatique-Syndrom), dies kann einige Wochen über die Behandlung hinaus anhalten. Manche Patienten meinen, dass eine Bestrahlung immer mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Haarverlust verbunden ist. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten, wenn ein Tumor im Bauchraum bestrahlt wird. Im Bestrahlungsgebiet kann Haarverlust auftreten. Kopfhaare oder Barthaare fallen meist aus, wenn der Schädel, der Mund oder der Rachen bestrahlt werden müssen. Es hängt von der Anordnung der Strahlenfelder und der Strahlendosis ab, ob und in welchem Ausmaß Sie die genannten Nebenwirkungen haben werden.

Was soll ich bei Nebenwirkungen machen?

Bitte berichten Sie eventuell auftretende Nebenwirkungen der MTRA bzw. dem Sie behandelnden Arzt. Es gibt zahlreiche Maßnahmen und Medikamente, um diese Nebenwirkungen zu lindern.

Führt die Bestrahlung zu "Verbrennungen"?

Bei vielen Strahlenbehandlungen gibt es keine Hautreaktionen. Wenn die Haut allerdings bewußt mitbestrahlt wird oder mitbestrahlt werden muß, kann die Haut sich röten, teilweise sich, wie beim Sonnenbrand, oberflächlich ablösen und gebräunt sein. Diese Reaktionen sind vorübergehend und verschwinden innerhalb von wenigen Wochen nach Abschluß der Strahlentherapie.

 

Bei der Bestrahlung wird folgende Hautpflege des bestrahlten Bereichs empfohlen:

 

Die Haut sollte sauber und trocken gehalten werden, in Absprache mit dem Arzt darf die Haut auch mit einer milden Seife kurz gewaschen werden, kein Baden. Kräftiges Rubbeln oder Massieren vermeiden!

 

"Enge Kleidung, die die Haut zusätzlich reizt, sollte vermieden werden. Kleidung aus Baumwolle ist synthetischen Materialien vorzuziehen.

 

"Keine Heizkissen oder Rotlicht, Wärmflaschen oder Eispacks verwenden!

Werde ich meine Haare verlieren?

Haarverlust entsteht nur dort, wo die Strahlung auf die behaarte Haut trifft.

 

So können z. B. bei Männern mit bösartigen Lungentumoren die Brusthaare ausfallen.

 

Bei Hirntumorpatienten fallen bei der Bestrahlung die Kopfhaare aus, wachsen aber später oft wieder nach (allerdings i.d.R. nicht bei zusätzlicher Chemotherapie).

Werde ich Übelkeit haben?

Ein leichtes Unwohlsein oder Übelkeit können auftreten, abhängig von der Region, die bestrahlt wird. Falls dies auftreten sollte, wird Ihr Arzt Sie mit den entsprechenden Medikamenten versorgen.

Werde ich nach der Bestrahlung radioaktiv sein?

Nein. Wie in der Röntgendiagnostik ist die Strahlung nur dann vorhanden, wenn das Gerät für wenige Sekunden angeschaltet wird. Sie werden nicht radioaktiv und damit gibt es auch keine Gefahr für Ihre Angehörigen oder andere Menschen.

Muß ich eine spezielle Diät einhalten?

Das hängt von der Körperregion ab, die bestrahlt wird. Zum Beispiel ist es bei einer Bestrahlung im Becken sinnvoll, darmanregende Speisen zu meiden, um das Risiko von Durchfall zu vermindern. Generell sind eine gesunde Mischkost und viele kleine Mahlzeiten empfehlenswert. In jedem Fall sollten Sie versuchen, Ihr Gewicht während der Strahlentherapie zu halten.

Wie sinnvoll sind Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel?

 

Es gibt keine zwingende Notwendigkeit der Einnahme von Vitaminen oder Nahrungsergänzungsmitteln während einer Strahlentherapie. Gegen ein Multivitaminpräparat ist aber nichts einzuwenden. Abzuraten ist von der Einnahme einzelner Vitamine, z. B. Vitamin A, C oder E, da diese die Strahlenwirkung ggf. negativ beeinflussen können. Nahrungsergänzungsmittel wie Enzyme oder Selen sind in ihrer Wirkung unbewiesen.

Soll ich meine Medikamente weiter einnehmen?

Ja. Die Ihnen verordneten Medikamente sollten weiterhin regelmäßig eingenommen werden, sie behindern nicht die Strahlenwirkung. Sie sollten allerdings Ihrem Strahlentherapeuten die Medikamente, die Sie einnehmen, benennen.

Was passiert, wenn ich mit der Strahlentherapie fertig bin?

Abhängig von der Strahlenreaktion werden Sie von Ihrem behandelnden Strahlentherapeuten zu Kontrolluntersuchungen einbestellt. Danach übernimmt i.d.R. der Sie bisher betreuende Hausarzt und Ihr Facharzt die tumorspezifische Nachsorge. Für besondere Fragen steht Ihnen der Strahlentherapeut weiterhin jederzeit und gern zur Verfügung.

Wie lange dauern die Strahlentherapiesitzungen?

Eine einzelne Sitzung dauert nur wenige Minuten. Sie werden für 5-10 Minuten im Bestrahlungsraum sein, der Zeitaufwand bei jedem Bestrahlungstermin beträgt ca. 20-30 Minuten. Bei Notfällen, die zwischendurch behandelt werden müssen, oder bei Gerätedefekten müssen Sie ggf. länger warten oder die Bestrahlung wird an einem anderen Termin nachgeholt.

Kann ich mit dem Auto fahren?

Das hängt von Ihrem Allgemeinzustand und der Bestrahlungsregion ab. Die meisten Patienten können selbst mit dem Auto zur Bestrahlung kommen und sind auch nach der Bestrahlung so unbeeinträchtigt, daß sie wieder problemlos nach Hause fahren können. Bei Bestrahlungen im Bereich der Schädelregion raten wir davon ab, selbst mit dem Auto zu fahren. Nährere Informationen erhalten Sie von Ihrem Arzt während des Aufklärungsgespräches.

Wo kann ich mein Auto parken?

Direkt an der Strahlentherapie Wesel befinden sich ausreichend Parkplätze nur für Patienten der Strahlentherapie. Die Anfahrt erfolgt über die Straße "Kiek in den Busch".

Wie erfolgt der Transport, wenn ich selbst nicht fahren kann?

Sie können mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu unserer Praxis kommen. Sollten keine zumutbaren Verbindungen vorhanden sein, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen teilweise die Kosten für ein Taxi. Bei Privatversicherten muß das Taxi von Ihnen bezahlt werden, und Sie können nach Abschluß der Behandlung eine Kostenerstattung beantragen. Bei allen Formalien ist unser Personal in der Anmeldung gern behilflich.

Kann ich während der Strahlentherapie arbeiten?

Das hängt von Ihrem Allgemeinzustand und von der Verträglichkeit der Bestrahlungen ab. Im allgemeinen werden Sie durch die Bestrahlung wenig beeinträchtigt, z. B. bei Brust- oder Prostatakrebs, so daß Sie ohne weiteres berufstätig sein können. Berufstätige Patienten erhalten von uns Termine, die auf ihre Arbeitszeit möglichst abgestimmt sind.

Soll ich meine Aktivitäten während der Strahlentherapie reduzieren?

Generell gilt die Empfehlung, daß Sie alles tun können, was Ihnen Spaß macht und was Sie nicht zu sehr belastet. Sie werden selbst am besten einschätzen können, welche Aktivitäten Ihnen während der Strahlentherapiebehandlung gut tun und welche Sie besser lassen sollten.

Was passiert, wenn ich einmal eine Bestrahlungssitzung auslasse?

Die Wirksamkeit der Behandlung wird nicht beeinträchtigt, wenn eine Bestrahlungssitzung ausgelassen wird. Diese muß allerdings nachgeholt werden, so daß sich die Gesamtbehandlungszeit um einen Tag verlängert. Im Fall von stärkeren Nebenwirkungen kann Ihr Arzt eine Bestrahlungspause verordnen.

 

Generell ist es aber wichtig, daß die Behandlungen zu den vorgesehenen Terminen auch erfolgen. Das heißt zum Beispiel auch, daß während der Behandlungszeit keine Urlaubsreise angetreten werden kann. Sollten Sie bereits seit längerem eine Urlaubsreise gebucht haben, helfen wir Ihnen im Falle einer Absage bei der Reiserücktrittskostenversicherung mit entsprechenden Bescheinigungen.

Wird auch am Wochenende bzw. an Feiertagen bestrahlt?

Nein, an diesen Tagen ist die Strahlentherapie geschlossen.

Was kostet mich die Behandlung?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Strahlentherapie. Bei besonderen Therapieangeboten kann es sein, daß Sie die Bezahlung dieser Leistungen bei Ihrer Krankenkasse beantragen müssen (z. B. Hyperthermie, Nadelapplikation bei der Brachytherapie des Prostatakarzinoms). Sollte die Krankenkasse die Übernahme dieser Leistungen ablehnen, müssen Sie die Kosten selbst tragen.

 

Privatpatienten und Selbstzahler erhalten eine Rechnung, die Sie Ihrer Krankenkasse oder z. B. der Beihilfestelle einreichen müssen. Auf Wunsch erhalten Sie gern einen Kostenvoranschlag.

Ltd. Arzt

Maher Qweider 
Facharzt für Strahlentherapie
Ernährungsmediziner

Kontakt
Tel: (02 81) 20 67 57 - 0
Fax: (02 81) 20 67 57 - 47

info@strahlentherapie-wesel.com 

 

Strahlentherapie Wesel
Schermbecker Landstrasse 88a
46485 Wesel