Gesundheit braucht helfende Menschen

In deutschen Krankenhäusern arbeiten Tausende Mitarbeitende vor und hinter den Kulissen daran, dass Patienten wieder gesund werden und sich während eines stationären oder ambulanten Aufenthaltes wohlfühlen. Wir stellen Ihnen stellvertretend für alle diese helfenden Menschen Mitarbeitende des Evangelischen Krankenhauses Wesel vor.  

Ruth Kolkmann sorgt für Qualität

Dass sie einmal die Fachfrau für Qualität im Evangelischen Krankenhaus Wesel sein würde, hätte sich Ruth Kolkmann auch nicht gedacht, als sie vor 45 Jahren ein Praktikum in der dortigen Küche machte. Damals waren Spülen und Putzen angesagt, natürlich auch unter strengen hygienischen Bedingungen, aber halt nicht vergleichbar mit dem heutigen Standard. Und genau darum geht es bei ihrer Arbeit. Die DIN EN ISO 9001:2000 ist ihre Richtschnur und nach diesem international anerkannten Qualitätsstandard richtet sie das komplette Krankenhaus aus. „Die Mitarbeiter auf diesem Weg mitnehmen“, ist ihr vorrangiges Ziel und das gelingt ihr meistens recht gut, schließlich kennt Kolkmann fast alle persönlich und so manches engere Band wurde dadurch auch schon privat geknöpft. „Es gibt im Haus nur wenige Mitarbeiter, die länger als ich hier arbeiten“, schmunzelt die Qualitätsmanagerin. Sie hat einen langen interessanten Werdegang hinter sich und ist ein Paradebeispiel dafür, dass man mit einer fundierten Ausbildung im Gesundheitswesen viele Möglichkeiten der beruflichen Orientierung hat.

 

Bevor sie Mutter wurde, hatte die gelernte Krankenschwester früher auf der chirurgischen Station einige Jahre lang das Zepter als Stationsleitung in der Hand. Als dann die Kinder kamen, zwei an der Zahl und mittlerweile auch schon erwachsen, reduzierte sie, wie viele andere Mütter auch, ihr Arbeitspensum während der stressigen Erziehungsphase und unterrichtete angehende Krankenschwestern und Krankenpfleger. „Das war eine schöne Zeit, die Arbeit mit den jungen Leuten hat mir viel Spaß gemacht“, erzählt sie. Doch die Powerfrau schien immer noch Reserven zu haben, denn so nebenbei absolvierte sie auch noch eine Weiterbildung zur Hygienefachkraft zu dieser Zeit. Als ihre Kinder dann aus dem Gröbsten raus waren stieg sie als stellvertretende Pflegedienstleiterin wieder ins aktive Tagesgeschäft ein. Und noch einmal betrat sie Neuland. Qualität war Anfang der 90er-Jahre ein Phänomen, mit dem sich nach der Industrie auch die Gesundheitsbranche beschäftigte. Ruth Kolkmann fand das spannend, denn sie ist auch heute noch überzeugt davon, dass durch Standardisierung Prozesse im Krankenhaus zugunsten der Patientenversorgung optimiert werden können. Heute legt sie gemeinsam mit den Verantwortlichen der jeweiligen Bereiche die Qualitäts-Messlatte fest, nach der dann praktisch gearbeitet wird. Viele Verbesserungsprojekte hat sie initiiert und begleitet. Ganz besonders stolz ist sie natürlich darauf, dass sowohl das Gesamthaus als auch viele Abteilungen einschließlich Schlaganfallstation den strengen Zertifizierungsanforderungen standgehalten haben.

 

„Da ist ganz viel Herzblut dabei, denn schließlich habe ich zum Evangelischen Krankenhaus eine ganz besondere Verbindung mit familiärem Hintergrund“, so Kolkmann, deren Vater jahrelang in der technischen Abteilung des Hauses gearbeitet hat. Als Urgestein identifiziert sie sich persönlich mit dem Krankenhaus und kennt natürlich alle Stärken und Schwächen ganz genau. Das ist es auch, was die naturverbundene Kolkmann den Theoretikern der Beratungsinstitute dann voraus hat. Leider bleibt ihr bei all der Arbeit keine Zeit mehr für den geliebten Rudersport, den sie lange Jahre mit viel Elan betrieben hat. Dafür findet sie heute persönlichen Ausgleich in ihrem großen Garten, oder aber bei der Heuernte, wo dann mal wieder aktiv mit angepackt werden kann.

Nach 47 Jahren im EVK Wesel ist Ruth Kolkmann am 30. April 2021 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden.