Endokrine Chirurgie

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Stoffwechselorgan. Sie sitzt direkt vor der Luftröhre und zeichnet sich durch eine markante Schmetterlingsform aus. Über zwei jodhaltige Hormone beeinflusst die Schilddrüse nahezu jede Zelle im Körper. Unter anderem hat ihre Tätigkeit Auswirkungen auf Herzschlag und Blutdruck, Verdauung und Wachstum oder auch auf unser seelisches Wohlbefinden.

 

Schilddrüsenerkrankungen sind weit verbreitet und nehmen mit dem Alter zu. Insbesondere Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Man geht davon aus, dass etwa jeder zweite über 60-jährige Frau in Deutschland an einer Schilddrüsenerkrankung leidet. Dies kann eine Über- oder Unterfunktion, eine Knotenbildung oder Vergrößerung sein. Häufig kommt es auch zu Kombinationen.

 

Nicht jede Schilddrüsenveränderung bedarf eines chirurgischen Eingriffs. Wann ein Operation an der Schilddrüse notwendig ist, ist abhängig von der Art des Knotens und dem Beschwerdebild. 

 

In unserer Spezialsprechstunde beraten wir Sie gerne ganz individuell. Termine können direkt über das Sekretariat vereinbart werden.

 

 

Ist eine Operation erforderlich, so erfolgt diese über einen Schnitt am unteren Hals. Je nach Größe des zu entfernenden Befundes wird der Schnitt so minimal wie möglich ausgeführt, in der Regel etwa drei Zentrimeter. Die Versorgung des Schnittes mit einer Naht unterhalb der Haut mit einem selbstauflösendem Faden sorgen für ein kosmetisch sehr gutes Ergebnis.

 

Neuromonitoring

Wir setzen Neuromonitoring während der operativen Behandlung von Schilddrüsenkrebs, aber auch bei anderen operativen Eingriffen an der Schilddrüse ein, um das Risiko einer Verletzung der Stimmbandnerven zu minimieren.

 

Die Stimmbandnerven verlaufen auf der Rückseite der Schilddrüse und sind durch ihre unmittelbare Nähe zum Operationsfeld besonders gefährdet.

 

Durch die intraoperative Überwachung dieser Nerven mittels Neuromonitoring kann das Risiko einer Schädigung bei der operativen Entfernung von Schilddrüsenkrebs erheblich verringert werden. Mit Hilfe dieser Technik werden die Stimmbandnerven identifiziert und mittels einer feinen Sonde wird der Nerv während des Eingriffs dann stimuliert, um so rechtzeitig zu erkennen, ob beispielsweise zu viel Druck oder Zug ausgeübt wird. 

 

Durch die Verwendung von speziellen Lupenbrillen können wir während der Operation die Nebenschilddrüsen optimal darstellen und ideal schützen. 

OP-Indikationen

Schilddrüsenvergrößerung

Mittels Blutuntersuchungen lassen sich Funktionsstörungen ganz unkompliziert feststellen.

 

Kommt es zu einer Schilddrüsenvergrößerung kann diese  sichtbar sein und mitunter durch  Druck auf Luft- oder Speiseröhre Beschwerden verursachen. Häufig sind auch Knoten in der Schilddrüse zu finden. Auch diese können zu Schluckbeschwerden oder einem Engegefühl im Hals führen. 

Schilddrüsenknoten

Schilddrüsentumor

Sehr selten treten bösartige Schilddrüsenknoten. Bei knapp 7.000 Neuerkrankungen jährlich macht der Schilddrüsenkrebs nur etwa 2 Prozent aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland aus.

 

Liegt ein Tumor in der Schilddrüse vor, kann dieser sich an unterschiedlichen Stellen der Schilddrüse bilden. Je nach betroffenem Bereich der Schilddrüse, gibt es verschiedene OP-Verfahren zur Entfernung von Schilddrüsenkrebs – von der Entfernung eines einzelnen Knotens bis hin zur kompletten Entfernung beider Schilddrüsenlappen mit oder ohne simultaner Lymphknoten Entnahme.

 

Schilddrüsenkrebs hat meist eine exzellente Prognose.Eine iese ist individuell von verschiednene Faktoren abhängig:

  • der Art des Tumors
  • wie Ausdehnung der Tumor ist
  • ob sich das Wachstum des Tumors auf die Schilddrüse begrenzt oder in Nachbarstrukturen eingewachsen ist
  • ob Lymphknoten befallen sind oder nicht 

 

Treten verdächtige Befunde während der Operation auf, können diese häufig mittels einer Gewebe-Schnellschnitt-Untersuchung geklärt werden.

Rezidiv-Struma

Chirurgie der Nebenschilddrüse